Kartitsch, 7. Juli 2017:
 Starker Auftritt gegen die „Alemagna“

Wissenschaftler, Politik und NGOs starten mit Memorandum den aktiven Widerstand.

 

In feierlicher Atmosphäre wurde am Freitagabend (7. Juli 2017) in Kartitsch ein Memorandum gegen die Alemagna- und Cavallino-Pläne veröffentlicht und unterzeichnet. Im Rahmen der Alpendurchwanderung „whatsalp 2017“, die auf dem Weg von Wien nach Nizza auch im Bergsteigerdorf Kartitsch Halt machte, wurden Politiker, Gemeindevertreter, NGOs, Vereine sowie die Zivilbevölkerung zur Unterstützung der Initiative aufgerufen.

Wir alle wissen, dass die ‚Alemagna‘ nicht tot ist“, begrüßt Bürgermeister Josef Außerlechner die Anwesenden. Ungefähr 60 Menschen aus Ost-, Südtirol und dem Veneto haben sich auf der sonnigen Terrasse des Gasthauses Dorfberg eingefunden. So unterschiedlich das Auftreten und die Herkunft der Redner ist − sie alle verfolgen ein Ziel: Bewusstsein schaffen über die möglichen Auswirkungen einer verlängerten A27, auch bekannt als „Alemagna, nach Osttirol hin.
  Die Alemagna

Die "Alemagna" A 27 führt aus dem oberitalienischen Raum von Mestre nach Treviso, tritt bei Vittorio Veneto in den Andwendungsbereich der Alpenkonvention, führt weiter nach Belluno und Pieve di Cadore. Ab diesem Punkt wir immer wieder nach einer Trassen-Variante in Richtung Norden ins Pustertal gesucht: über Cortina d'Ampezzo nach Toblach, zwei Tunnels (Marmarole, Missurina) nach Toblach, eine Trassenüberlegung über Sexten, schließlich das Cavallino/Kinigat-Tunnelprojekt nach Kartitsch ins Pustertal. In den 1970er-Jahren war die Weiterführung von Toblach über Bruneck ins Ahrntal und Zillertal geplant; eine alternative Variante führte vom Ahrntal über Gerlos ins Brixental. Da diese Trassenführungen zu den Akten gelegt sind, käme heute als Alemagna-Nachfolgeroute nur noch Puster- und Drautal in Richtung Osten und über das Iseltal/Felbertauern nach Norden in Frage. 

 

   
   
 
 

Benedikt Sauer und Bürgermeister Josef Ausserlechner Kartitsch

Peter Hasslacher CIPRA Österreich:
Das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention verbietet den Bau neuer hochrangiger Straßen für den alpenquerenden Verkehr (Artikel 11 Abs.1)

Renzo Bortolot (Presidente Magnifica Comunita Cadore) tritt für eine Eisenbahnverbindung anstelle einer Autobahn ein

 

UNTERZEICHNUNGSTEXT

Unterzeichnung der Bürgermeister: BGM Georg Hofmann  (Heinfels), BGMstv. Calovi Anton (Sillian), BGM Franz Webhofer (Strassen), Josef Außerlechner (Kartitsch)